Die Software: Google Earth im Web, als Pro-Programm und mobil
Aktualisiert am 28.09.2026 · Lesezeit ca. 4 Minuten
Google Earth ist heute keine einzelne Software mehr, sondern eine kleine Familie: eine Browser-Version, das klassische Desktop-Programm Google Earth Pro und Apps für Smartphone und Tablet. Alle drei zeigen denselben Globus – aber sie können nicht dasselbe.
Drei Wege zum selben Globus
Wer heute „Google Earth“ sagt, meint je nach Gerät etwas anderes. Auf dem Schreibtisch-PC ist es oft das Programm Google Earth Pro, das man installiert. Wer einfach im Browser „earth.google.com“ aufruft, landet in Google Earth im Web. Und auf dem Handy gibt es die App für Android und iOS. Die Datengrundlage – Satelliten- und Luftbilder, Gelände, 3D-Gebäude, Beschriftungen – ist weitgehend dieselbe. Unterschiedlich sind Bedienung, Werkzeuge und der Umgang mit eigenen Daten.
Google Earth im Web
Die Browser-Version läuft ohne Installation. Sie braucht nur einen aktuellen Browser mit WebGL-Unterstützung. Anfangs war sie auf Chrome beschränkt, seit 2020 laufen auch Firefox, Edge und Opera. Der Vorteil liegt auf der Hand: nichts herunterladen, keine Updates pflegen, an jedem Rechner dieselbe Oberfläche.
Eigene Inhalte legt man hier in Projekten an. Ein Projekt sammelt Ortsmarken, Linien, Flächen und Notizen und wird im Google-Konto gespeichert. So lässt es sich teilen oder als Präsentation abspielen. KML-Dateien kann man importieren. Für schnelle Erkundungen, für den Unterricht und zum Zeigen von Orten ist die Web-Version inzwischen oft die bequemste Wahl.
Google Earth Pro für Windows, macOS und Linux
Google Earth Pro ist der direkte Nachfahre des Programms, mit dem 2005 alles begann. Früher kostete die Pro-Fassung eine Jahresgebühr, seit 2015 ist sie kostenlos. Sie bietet die meisten Werkzeuge:
- Ortsmarken, Pfade, Polygone und Bild-Overlays mit vielen Gestaltungsoptionen
- ein Lineal mit Kreis-, Polygon- und 3D-Messungen
- historische Bilder mit Zeitschieberegler
- Touren aufzeichnen und als Film speichern
- Import von GPS-Daten und Tabellen mit Adressen
- Ausdrucke und Bildexporte in hoher Auflösung
- Himmel, Mond und Mars als eigene Ansichten sowie einen Flugsimulator
Wer eigene Daten dauerhaft pflegen will, etwa Wanderrouten, Vereinsstandorte oder Unterrichtsmaterial, fährt mit Pro am besten. Dazu kommt: Pro arbeitet mit lokalen Dateien. Ihre Sammlung „Meine Orte“ liegt auf Ihrem Rechner.
Die App für Smartphone und Tablet
Die mobile App ist auf Fingerbedienung ausgelegt: zwei Finger zum Drehen und Neigen, ein Wisch zum Weiterfliegen. Sie eignet sich zum Nachschlagen unterwegs und zum Zeigen, weniger zum Bearbeiten großer Datensammlungen. Projekte aus dem Google-Konto lassen sich auch mobil öffnen.
Welche Version wofür?
| Aufgabe | Web | Pro | Mobil |
|---|---|---|---|
| Orte schnell ansehen | sehr gut | gut | sehr gut |
| Eigene Karten anlegen | Projekte | Meine Orte | eingeschränkt |
| Historische Bilder | je nach Version | ja, mit Zeitleiste | je nach Version |
| Touren als Video | nein | ja | nein |
| GPS- und Tabellenimport | KML-Import | ja | nein |
| Installation nötig | nein | ja | App |
Die Tabelle ist eine Orientierung. Google ergänzt die Web- und Mobilversion immer wieder um Funktionen. Prüfen Sie im Zweifel im Menü, was Ihre Version gerade kann.
Datenschutz und Konto: was wo gespeichert wird
Die drei Varianten gehen unterschiedlich mit Ihren Daten um. Google Earth Pro funktioniert ohne Anmeldung. Ihre Orte liegen als Datei auf dem eigenen Rechner, und nur die Bilddaten werden von den Servern geladen. Die Web-Version und die App lassen sich zwar ohne Konto öffnen, Projekte werden aber im Google-Konto gespeichert, genauer im Google Drive. Wer das nicht möchte, arbeitet mit Pro und gibt Dateien bei Bedarf gezielt weiter.
Für Schulen ist das ein wichtiger Punkt: Wenn Schülerinnen und Schüler keine privaten Google-Konten nutzen sollen, ist die Web-Version im reinen Anschaumodus oder Google Earth Pro auf Schulrechnern oft die einfachere Lösung. Klären Sie die Nutzung vorher mit der Schulleitung oder dem Datenschutzbeauftragten.
Ein Globus für viele Zwecke
Viele Menschen nutzen Google Earth nur, um das eigene Haus von oben zu sehen. Die Software kann aber viel mehr: Lehrkräfte zeigen Flussläufe und Vulkane, Vereine planen Wanderungen, Hobby-Historiker vergleichen alte Luftbilder, und Reisende prüfen vorab, wie weit das Hotel wirklich vom Strand entfernt ist. Für all das ist es hilfreich, die passende Variante zu kennen – und im Zweifel beide parallel zu nutzen: das Web zum schnellen Nachsehen, Pro für die Arbeit an eigenen Daten.
Was aus den alten Versionen wurde
Wer schon länger dabei ist, erinnert sich vielleicht an „Google Earth Plus“ mit GPS-Import oder an das Browser-Plug-in für Webseiten. Beides gibt es nicht mehr. Die Plus-Funktionen sind in Pro aufgegangen, das Plug-in wurde von der Web-Version abgelöst. Einen Überblick über die Entwicklung finden Sie in der Chronik.
Als Nächstes geht es um die Installation von Google Earth Pro und um den ersten Start im Browser.
Weitere Wegpunkte im Kapitel „Erste Schritte“
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