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Die Auflösung: woher die Bilder kommen und warum manches unscharf bleibt

Aktualisiert am 28.09.2026 · Lesezeit ca. 3 Minuten

Mal erkennt man jedes Auto auf dem Parkplatz, ein paar Kilometer weiter nur grüne Flecken. Das liegt nicht an Ihrem Rechner, sondern daran, wie der Globus zusammengesetzt ist.

Ein Flickenteppich aus Aufnahmen

Google Earth zeigt kein einzelnes Foto der Erde, sondern ein Mosaik aus sehr vielen Aufnahmen. Die Grundlage bilden Bilder von Erdbeobachtungssatelliten mit mittlerer Auflösung, etwa aus den Programmen Landsat und Copernicus. Darüber liegen, wo verfügbar, deutlich schärfere Bilder kommerzieller Satelliten und Luftbilder aus Flugzeugen.

Satellitenbild des Balchaschsees in Kasachstan mit grünem und blauem Seeteil
Der Balchaschsee, aufgenommen von Landsat 8. Solche Bilder mittlerer Auflösung bilden die Grundschicht des Globus.Bild: NASA Earth Observatory images by Joshua Stevens, using Landsat data from the U · Public domain · Wikimedia Commons

Die Anbieter der Bilder stehen am unteren Bildrand. Wenn dort mehrere Namen erscheinen, sehen Sie gerade ein Mosaik aus mehreren Quellen.

Wie scharf ist scharf?

Die Auflösung wird in Metern pro Bildpunkt angegeben. Bei 15 Metern ist ein Fußballfeld ein kleiner grüner Fleck, bei 50 Zentimetern erkennt man Autos, bei 15 Zentimetern Fahrbahnmarkierungen. Google Earth reicht nach eigenen Angaben von etwa 15 Metern bis zu 15 Zentimetern.

Auflösung im Vergleich15 m1 m0,3 m
Dasselbe Haus bei 15 m, 1 m und 0,3 m pro Bildpunkt (schematisch).
AuflösungWas man erkenntTypische Quelle
250 m und gröberKontinente, WolkenfelderWettersatelliten
10–30 mFelder, Seen, Ortschaften als FlächenLandsat, Sentinel-2
0,3–1 mHäuser, Straßen, Autoskommerzielle Satelliten
0,1–0,3 mDetails, MarkierungenLuftbilder aus Flugzeugen
Grobes Satellitenbild der Beneluxstaaten mit Küste und Wolken
Die Beneluxstaaten in rund 250 Metern Auflösung. So grob sieht die Erde aus, wenn keine besseren Bilder vorliegen.Bild: Jeff Schmaltz, NASA Terra Modis · Public domain · Wikimedia Commons

Warum der eigene Ort unscharf ist

Scharfe Bilder sind teuer. Sie werden dort zuerst erneuert, wo viele Menschen hinschauen: in großen Städten, an Sehenswürdigkeiten und in dicht besiedelten Regionen. Dünn besiedelte Gebiete, Gebirge und Wüsten bekommen seltener neue Aufnahmen. Dazu kommen Wolken: Eine Region, über der häufig Wolken hängen, hat weniger brauchbare Bilder.

Wie alt sind die Bilder?

Google Earth ist keine Live-Ansicht. Die Bilder sind je nach Region wenige Monate bis mehrere Jahre alt. In Google Earth Pro sehen Sie das Aufnahmedatum der aktuell angezeigten Bilder in der Statusleiste am unteren Rand. Ein Baukran auf einem Bild bedeutet also nicht, dass dort heute noch gebaut wird.

Wenn die Bilder nur langsam scharf werden

Beim Heranzoomen lädt Google Earth die Bilder stufenweise: erst grob, dann immer feiner. Bleibt ein Ausschnitt dauerhaft verschwommen, prüfen Sie:

  1. Ist die Internetverbindung stabil?
  2. Ist der Zwischenspeicher groß genug? Siehe Einstellungen.
  3. Hilft es, kurz wegzuzoomen und wieder heran?
  4. Zeigt die Statusleiste an, dass noch geladen wird?

Aufnahmewinkel und „kippende“ Häuser

Satelliten und Flugzeuge fotografieren selten exakt senkrecht. Deshalb sieht man bei hohen Gebäuden oft eine Fassade, und Türme scheinen zur Seite zu kippen. Bei Luftbildern, die für Karten aufbereitet wurden, ist dieser Effekt verringert, aber selten ganz verschwunden. Für Messungen bedeutet das: Grundrisse am Boden messen, nicht an der Dachkante.

Warum manche Orte seltsam aussehen

Gelegentlich wirken einzelne Flächen unscharf oder verfälscht. Das kann verschiedene Gründe haben: Für manche Gebiete liegen nur gröbere Daten vor, zwei Aufnahmen wurden sichtbar zusammengesetzt, oder die Veröffentlichung hochauflösender Bilder ist dort eingeschränkt. Auch Brücken, die „durchhängen“ oder wie geschmolzen aussehen, sind ein bekanntes Phänomen: Das Höhenmodell kennt nur den Boden darunter und legt das Bild der Brücke auf das Tal.

Kleine Beobachtungen für Neugierige

Manchmal sieht man Nahtstellen: Ein Feld wechselt mitten auf der Fläche die Farbe, eine Straße scheint versetzt. Dort stoßen zwei Aufnahmen aus unterschiedlichen Jahren oder Jahreszeiten aneinander. Auch Schatten verraten einiges: Zeigen die Schatten in zwei Hälften eines Ortes in unterschiedliche Richtungen, stammen die Bilder aus verschiedenen Tageszeiten.

Wer tiefer einsteigen will, findet bei den Programmen Landsat und Copernicus frei verfügbare Satellitenbilder. Die Adressen stehen in unserer Linkliste.

Weitere Wegpunkte im Kapitel „Weiter entdecken“