Koordinaten verstehen: Breite, Länge und die Formate in Google Earth
Aktualisiert am 28.09.2026 · Lesezeit ca. 3 Minuten
Jeder Punkt der Erde hat eine Adresse aus zwei Zahlen. Wer versteht, wie diese Zahlen aufgebaut sind, findet in Google Earth jeden Ort – und vermeidet die typischen Fehler beim Eingeben.
Breite und Länge
Das Gradnetz der Erde besteht aus zwei Sorten von Linien:
- Breitenkreise laufen parallel zum Äquator. Die geografische Breite gibt an, wie weit ein Ort nördlich oder südlich des Äquators liegt: von 0° am Äquator bis 90° an den Polen.
- Längenkreise (Meridiane) laufen von Pol zu Pol. Die geografische Länge gibt an, wie weit ein Ort östlich oder westlich des Nullmeridians von Greenwich liegt: von 0° bis 180°.
Nürnberg liegt zum Beispiel bei etwa 49,45° nördlicher Breite und 11,08° östlicher Länge.
In Google Earth Pro blenden Sie das Gradnetz mit Strg + L ein. Die Koordinaten des Punkts unter dem Mauszeiger stehen unten in der Statusleiste.
Die Schreibweisen
| Format | Beispiel (Nürnberg, Hauptmarkt) |
|---|---|
| Dezimalgrad | 49.4539, 11.0775 |
| Grad, Minuten, Sekunden | 49°27′14″ N, 11°04′39″ O |
| Grad, Dezimalminuten | 49°27,234′ N, 11°04,650′ O |
Die Umrechnung ist einfach: Ein Grad hat 60 Minuten, eine Minute hat 60 Sekunden. 0,4539° sind also 0,4539 × 60 = 27,234 Minuten. Die Nachkommastelle 0,234 Minuten sind 0,234 × 60 ≈ 14 Sekunden.
UTM: Meter statt Grad
Für Wanderkarten und Vermessung ist das UTM-System verbreitet. Es teilt die Erde in 60 Zonen und gibt Positionen in Metern an: einen Rechtswert und einen Hochwert. Deutschland liegt überwiegend in den Zonen 32 und 33. Der Vorteil: Entfernungen lassen sich direkt ablesen. Google Earth Pro kann Koordinaten in UTM anzeigen, einstellbar in den Einstellungen.
Welches Format wofür?
- Dezimalgrad für die Eingabe in Suchfelder und für den Austausch mit anderen Programmen.
- Grad-Minuten-Sekunden für Atlanten und klassische Karten.
- Grad mit Dezimalminuten für Geocaching und viele GPS-Geräte.
- UTM für Wanderkarten, Rettungsdienste und Vermessung.
Koordinaten eingeben
Im Suchfeld von Google Earth funktionieren alle gängigen Formate. Wichtig ist die Reihenfolge: erst Breite, dann Länge. Mehr dazu im Artikel Suchfunktionen. Achtung beim Arbeiten mit KML-Dateien: Dort ist die Reihenfolge umgekehrt – erst Länge, dann Breite. Das erklärt der Artikel Ortsmarken speichern.
Wie genau sind Koordinaten?
Die Zahl der Nachkommastellen bestimmt die Genauigkeit. Eine Stelle hinter dem Komma entspricht etwa 11 Kilometern in Nord-Süd-Richtung, zwei Stellen etwa 1,1 Kilometern, vier Stellen gut 11 Metern, fünf Stellen gut einem Meter. Für einen Treffpunkt reichen also vier bis fünf Nachkommastellen. Mehr Stellen täuschen eine Genauigkeit vor, die weder das Luftbild noch das GPS-Gerät liefern.
In Ost-West-Richtung werden die Abstände zu den Polen hin kleiner, weil die Längenkreise dort zusammenlaufen. In Deutschland entspricht ein Längengrad etwa 70 Kilometern, am Äquator gut 111.
Koordinaten aus Google Earth kopieren
In Google Earth Pro zeigen die Eigenschaften einer Ortsmarke Breite und Länge an. Von dort lassen sich die Werte kopieren. In der Web-Version zeigt ein Klick auf einen Punkt dessen Koordinaten, die sich direkt übernehmen lassen. So geben Sie einen Ort per Nachricht weiter, ohne eine Datei zu verschicken.
Das Bezugssystem
Hinter allen Zahlen steht ein Modell der Erdform. Google Earth nutzt WGS 84, dasselbe System wie GPS. Koordinaten aus einem GPS-Gerät oder Smartphone passen deshalb direkt. Ältere Landkarten verwenden teils andere Bezugssysteme, dann kann ein Punkt um einige hundert Meter versetzt erscheinen.
Zum Üben eignet sich eine kleine Schnitzeljagd: Koordinaten ausgeben, Orte finden lassen.
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